RECHTLICHES
Nutzungsbedingungen (AGB)
Nutzungsbedingungen (AGB) für KindChat.
Ende-zu-Ende-verschlüsselt · On-Device-KI-Schutz · Gehostet in der EU · Ab 16 Jahren selbstständig nutzbar; ab Mitte September 2026 auch von 13 bis 15 im Schutzkreis (Ziffer 1.4).
Stand: Oktober 2026 (Art. 50 AI Act gilt ab 2. August 2026).
Vertragspartner: sonrisa ventures GmbH, Kleiststraße 35, 10787 Berlin.
1. Geltungsbereich und Vertragsschluss
1.1 Diese Nutzungsbedingungen ("Bedingungen") gelten für alle Nutzer der KindChat-App (iOS/Android) und der damit verbundenen Dienste ("Dienst" oder "KindChat"), betrieben von der sonrisa ventures GmbH ("Anbieter", "wir") mit Sitz in Deutschland.
1.2 Der Dienst richtet sich ausschließlich an Verbraucher mit Wohnsitz in der EU (und ggf. weiteren unterstützten Ländern). Mit Registrierung/erster Nutzung erklären Sie sich einverstanden.
1.3 Vertrag kommt durch Download, Installation und erfolgreiche Registrierung (Telefonnummer + Bestätigung) zustande. App-Store-Bedingungen gelten ergänzend.
1.4 KindChat kann ab 16 Jahren selbstständig genutzt werden; mit der Registrierung bestätigen Sie, das Mindestalter erreicht zu haben. Ab Freischaltung dieser Funktion, voraussichtlich Mitte September 2026, können Personen von 13 bis 15 Jahren KindChat ausschließlich als geschütztes Mitglied eines Schutzkreises nutzen, den eine volljährige Person eingerichtet hat; die Anmeldung ist dann nur mit deren Eltern-Code möglich. Bis zur Freischaltung gilt das Mindestalter 16. Mit der Einladung erklärt der Inhaber des Schutzkreises, dass er erziehungsberechtigt ist oder mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten handelt, und stimmt der Nutzung zu. Unter 13 Jahren ist eine Nutzung nicht möglich. In einzelnen Ländern gilt ein höheres Mindestalter ohne Ausnahme, zum Beispiel 18 Jahre in Indien; maßgeblich ist das Land Ihrer Telefonnummer.
1.5 Geschützte Mitglieder und Minderjährige: Der Inhaber des Schutzkreises schließt den Vertrag für das geschützte Mitglied und erteilt die Einwilligung in die Fürsorge-Funktionen; er gibt neue Kontakte und Gruppenbeitritte frei und hat keinen Zugriff auf Nachrichten, Anrufe oder Standort. Das geschützte Mitglied sieht in der App jederzeit, dass die Freigabepflicht aktiv ist, und kann den Schutzkreis jederzeit verlassen; der Inhaber wird darüber informiert. Endet der Schutzkreis, ruht das Konto: Krisenhilfe, Support und der Meldeweg bleiben erreichbar, eine Reaktivierung ist mit einem neuen Eltern-Code ohne Kosten möglich, und ohne Reaktivierung wird das Konto nach 90 Tagen gelöscht. Geschützte Mitglieder können keine kostenpflichtigen Leistungen erwerben und keine eigenen Schutzkreis-Codes erzeugen; der geschützte Platz selbst ist dauerhaft kostenlos. Für 16- und 17-Jährige setzen kostenpflichtige Leistungen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten voraus.
1.6 Altersangabe und Altersstufen des Betriebssystems: Bei der Registrierung und bei einer Anmeldung auf einem neuen Gerät wählen Sie eine Altersstufe, kein Geburtsdatum. Ab Freischaltung der in Ziffer 1.4 genannten Funktion berücksichtigen wir zusätzlich eine Altersstufe, die das Betriebssystem oder der App-Store Ihres Geräts bereitstellt, soweit dort eine hinterlegt ist. Weichen Ihre eigene Angabe und diese Altersstufe voneinander ab, gilt die niedrigere: eine Angabe von außen kann ein Konto nur zusätzlich schützen, niemals Schutz entfernen und niemals ein höheres Alter belegen. Ergibt sich aus einer solchen Angabe oder auf anderem Weg, dass eine Person das Mindestalter nach Ziffer 1.4 nicht erreicht, kommt kein Konto zustande; ein bestehendes Konto wird ruhend gestellt, es werden keine weiteren Daten erhoben, und es wird nach 30 Tagen gelöscht. Halten Sie eine solche Einstufung für falsch, können Sie sich innerhalb dieser Frist an den Support wenden; die Prüfung erfolgt durch einen Menschen.
2. Leistungsbeschreibung — Was KindChat ist und was nicht
2.1 KindChat ist ein E2E-verschlüsselter Messenger (Signal-Protokoll mit Post-Quanten-Kryptografie) für Text-, Video- und Mediennachrichten sowie Anrufe, mit integrierten Schutzfunktionen gegen schädliche Inhalte (Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, Betrug, Phishing, unerwünschte/verletzende Bilder/Videos).
2.2 Die Schutzfunktionen dienen ausschließlich dem Schutz der Nutzer; KindChat ist kein Überwachungswerkzeug; der Anbieter liest keine Inhalte mit und erstellt keine Profile/Werbeauswertungen.
2.3 Wesentliche Merkmale: Moderation primär on-device (vor Verschlüsselung/Versand) mittels automatisierter Verfahren einschl. KI; in seltenen Zweifelsfällen zusätzliche zweckgebundene Prüfung auf EU-Servern (Ziffer 3); Schutzkreis (optional, bis zu 6 Personen, einwilligungsbasiert, ohne Inhaltszugriff); Pulse-Feed nur für eigene Kontakte (kein Algorithmus, keine Fremden); kein Tracking/kein Datenverkauf; keine Garantie auf 100%ige Erkennung (Ziffer 3.2).
3. KI-gestützte Inhaltsmoderation und Transparenz (Art. 50 AI Act)
3.1 Automatisierte Inhaltsprüfung (Art. 50 Abs. 1): KindChat setzt automatisierte Verfahren einschl. KI ein, um schädliche Inhalte zu erkennen und dich zu schützen (Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, Betrug, Phishing, ungefragte/verletzende Bilder, Videos). Prüfung soweit möglich direkt auf deinem Gerät, vor Verschlüsselung/Versand. In Zweifelsfällen zusätzliche Prüfung auf EU-Infrastruktur. E2EE bleibt unberührt; Inhalte werden nicht zu Werbe-/Profilierungszwecken ausgewertet.
3.2 Grenzen der Moderation (Haftungsbegrenzung — zentrale Klausel): Keine Garantie der Vollständigkeit. Kein automatisiertes System erkennt schädliche Inhalte mit vollständiger Sicherheit. Schutzmechanismen reduzieren das Risiko erheblich, können es aber nicht ausschließen. Falsch-negative und falsch-positive Ergebnisse sind möglich. KindChat übernimmt keine Gewähr, dass sämtliche schädlichen Inhalte erkannt, blockiert oder unkenntlich gemacht werden. Ersetzt nicht deine eigene Vorsicht. Du behältst die Kontrolle: anzeigen, melden, Absender blockieren.
3.3 Menschliche Kontrolle (Art. 14 AI Act i. V. m. DSA): Automatisierte Entscheidungen können fehlerhaft sein. Recht auf Überprüfung über die Melde-/Beschwerdefunktion (DSA); in geeigneten Fällen Überprüfung durch eine natürliche Person. Sicherheitskritische Fälle werden nicht allein automatisiert abschließend entschieden.
3.4 Fürsorge-Funktionen und Einwilligung (Schutzkreis): Funktionen, die eine Person bei Verwaltung/Einrichtung unterstützen (Mitfreigabe, Remote-Einrichtung), nur mit ausdrücklicher, jederzeit widerrufbarer Einwilligung der betreuten Person. Für geschützte Mitglieder von 13 bis 15 Jahren gilt abweichend Ziffer 1.5: dort erteilt der Inhaber des Schutzkreises die Einwilligung, und die Freigabe neuer Kontakte ist nicht abschaltbar, solange die Mitgliedschaft besteht. Kein Überwachungswerkzeug; niemand erhält Einblick in Inhalte; Handlungen im Namen einer geschützten Person sind für diese einsehbar.
3.5 Altersanforderung: ab 16 Jahren selbstständig, ab 13 Jahren nur als geschütztes Mitglied eines Schutzkreises (siehe 1.4); in Indien 18 Jahre ohne Ausnahme.
3.6 Sprachliche Grenzen: Erkennungsqualität kann je Sprache variieren; keine Gewähr für gleichwertige Erkennung in allen Sprachen.
3.7 Keine generative KI / keine Markierungspflicht (Art. 50 Abs. 2): Die Moderations-KI erzeugt keine Inhalte, sie klassifiziert nur; daher keine Watermarking-Pflicht. Künftige generative Features würden gesondert transparent gemacht und gekennzeichnet.
4. Pflichten der Nutzer und verbotene Nutzung
4.1 Nutzung nur für legale Zwecke, in Übereinstimmung mit diesen Bedingungen und geltendem Recht.
4.2 Verboten ist insbesondere: Versand/Verbreitung illegaler Inhalte (z. B. CSAM, extremistische Inhalte, Betrug, Bedrohung, Beleidigung i. S. d. StGB); Umgehung/Manipulation der Schutzfunktionen; Schädigung Dritter oder des Anbieters; Mehrfachregistrierung/Kontoweitergabe; Reverse Engineering, Decompilierung, unbefugter Zugriff.
4.3 Bei Verstoß: Entfernung von Inhalten, vorübergehende/dauerhafte Sperre, fristlose Kündigung (unter Beachtung der DSA-Vorgaben zu Notice & Action und Beschwerdeverfahren).
5. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die zweite Prüfstufe
5.1 Durchgängige E2EE; Anbieter hat grundsätzlich keinen Zugriff auf Klartext-Inhalte von Nachrichten, Anrufen, Medien.
5.2 Die Prüfung auf schädliche Inhalte findet auf Ihrem Gerät statt, bevor eine Nachricht verschlüsselt wird. Kann sie dort nicht sicher entschieden werden, sendet Ihr Gerät den betreffenden Text und bis zu fünf vorangegangene Nachrichten des Gesprächs an unseren eigenen Moderationsdienst auf EU-Infrastruktur. Übermittelt wird dabei nur der zu prüfende Text; die Anfrage ist zum Schutz vor Missbrauch angemeldet, führt aber keine Kennung der beteiligten Personen mit sich.
5.3 Ein serverseitiges Entschlüsseln von Nachrichten findet nicht statt, auch nicht in Ausnahmefällen. Der Anbieter besitzt die dafür nötigen Schlüssel nicht. Beim Empfang wird eine Nachricht auf dem Gerät der empfangenden Person entschlüsselt und dort erneut geprüft.
6. Haftung des Anbieters
6.1 Unbeschränkte Haftung bei Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit sowie bei Vorsatz/grober Fahrlässigkeit.
6.2 Im Übrigen Haftung nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten), begrenzt auf den typischerweise vorhersehbaren Schaden.
6.3 Keine Haftung für nicht erkannte schädliche Inhalte. Die Grenzen aus Ziffer 3.2 gelten uneingeschränkt; keine Garantie für Vollständigkeit/Fehlerfreiheit der automatisierten Schutzfunktionen; Haftung für mittelbare Schäden, Folgeschäden, entgangenen Gewinn — soweit zulässig — ausgeschlossen.
6.4 Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten gesetzlicher Vertreter, Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen.
6.5 Datenverlust: Deine Inhalte liegen Ende-zu-Ende-verschlüsselt auf deinen Geräten; KindChat hält keine lesbare Kopie und kann verlorene Inhalte nicht wiederherstellen (etwa bei Geräteverlust, Gerätewechsel ohne Sicherung, Löschung oder Defekt). Mit der Nutzung nimmst du zur Kenntnis, dass Datenverluste auftreten können. Für Datenverluste haftet KindChat nur nach Maßgabe der Ziffern 6.1 und 6.2; im Übrigen ist die Haftung, soweit gesetzlich zulässig, ausgeschlossen. Soweit Sicherungsfunktionen (Backups) angeboten werden, liegt ihre Nutzung in deiner Verantwortung.
7. Datenschutz
Verarbeitung gemäß Datenschutzerklärung, integraler Bestandteil dieser Bedingungen.
8. Kündigung, Sperrung und DSA-Beschwerdeverfahren
8.1 Jederzeit kündbar durch Löschen der App und des Kontos (in den Einstellungen); Daten werden gemäß Datenschutzerklärung gelöscht.
8.2 Sperre/Kündigung bei schwerwiegenden/wiederholten Verstößen; vor dauerhafter Sperre — soweit möglich und rechtlich geboten (DSA) — Begründung und Möglichkeit zur Stellungnahme.
8.3 DSA-Beschwerdeverfahren (Art. 20 DSA): gegen Moderationsentscheidungen (Block, Blur) Beschwerde über die App-Meldefunktion; Prüfung in gesetzlichen Fristen; Recht auf Überprüfung durch eine natürliche Person (Ziffer 3.3). Für Maßnahmen gegen Ihr Konto oder gegen Inhalte, die wir Ihnen begründen, gilt Ziffer 11.2.
9. Änderungen dieser Bedingungen
9.1 Anpassung bei Bedarf; Mitteilung mit angemessener Frist (mind. 14 Tage) per E-Mail oder In-App.
9.2 Kein Widerspruch innerhalb der Frist = Annahme; bei Widerspruch fristlose Kündigung möglich.
10. Anwendbares Recht und Gerichtsstand
10.1 Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
10.2 Für Verbraucher mit EU-Wohnsitz gelten die zwingenden verbraucherschützenden Vorschriften des Wohnsitzstaates; Gerichtsstand für Verbraucher: Wohnsitz oder — nach Wahl des Anbieters — Berlin.
10.3 Für alle anderen Streitigkeiten ausschließlicher Gerichtsstand Berlin.
11. Verbraucherrechte, Beschwerden und Streitbeilegung
11.1 Gesetzliches Widerrufsrecht; bei digitalen Diensten erlischt es mit Beginn der Ausführung (Zugang/erste Nutzung) bei ausdrücklicher Zustimmung.
11.2 Beschwerden. Gegen eine Maßnahme von KindChat gegen Ihr Konto oder gegen Inhalte, die wir Ihnen begründen, können Sie innerhalb von sechs Monaten in der App Beschwerde einlegen. Über die Beschwerde entscheidet eine andere Person als die, die die Entscheidung getroffen hat. Für das Ruhen eines Kontos nach Ziffer 1.5 oder 1.6 gilt der dort beschriebene Weg.
11.3 Streitbeilegung. Sie können eine nach Art. 21 des Digital Services Act zertifizierte außergerichtliche Streitbeilegungsstelle anrufen; eine Liste veröffentlicht der Digitale-Dienste-Koordinator (Bundesnetzagentur). KindChat ist zur Teilnahme an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle nicht verpflichtet und nimmt daran nicht teil. Der Rechtsweg bleibt unberührt.
12. Schlussbestimmungen
12.1 Salvatorische Klausel: Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen lässt den Vertrag im Übrigen unberührt; unwirksame Klausel wird durch wirksame ersetzt, die dem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.
12.2 Diese Bedingungen sind in deutscher Sprache maßgeblich; Übersetzungen dienen nur der Information.
12.3 Kontakt für rechtliche Fragen: hi@kindchat.app.
Anhang / Verweise: Datenschutzerklärung, KI-Transparenz nach Art. 50 AI Act.